Entdecke den Roland D-50

Der legendäre “D-50” von damals …

Der 1987 präsentierte D-50 war der erste komplett digitale Synthesizer von Roland. Seine linear-arithmetische Synthese (LA-Synthese), die traditionelle subtraktive Synthese und harmonisch komplex gesampelte Wellenformen (PCM) stellten in Kombination einen Meilenstein der Klangerzeugung dar. Und als erster Performance-Synthesizer mit integrierten DSP-Effekten, bot der D-50 Keyboardern auf der ganzen Welt jederzeit verfügbare Sounds in Studioqualität.

Mit seiner Kombination aus Samples und Synthese war der D-50 seiner Zeit weit voraus und bot ein weites Spektrum von warmen Analogsounds über dynamische Akustiksounds bis hin zu modernen Digitalklängen, denen die integrierten Digitaleffekte ein wunderbar räumliches Funkeln verliehen. Zahlreiche D-50 Preset-Patches, wie „Fantasia“ und „Calliope“, demonstrierten das volle Potenzial der LA-Synthese und entwickelten sich zu Signature-Sounds einiger der größten Pop-Hits der damaligen Zeit. Und selbst heute noch greifen zahlreiche Künstler immer wieder auf die legendären Presets des D-50 zurück.

Zur Feier des 30-jährigen Jubiläums dieses legendären Synthesizers stellen wir die Geschichte des Roland D-50 vor und präsentieren Interviews mit einigen der Entwickler von damals, wie auch mit Sound-Designern und Musikern, die der Instrumenten-Ikone Leben einhauchten. Kommt mit und erlebt, wie sich „Designing the Future“ im Jahr 1987 anfühlte…

Der Geschichte des D-50 aus der Sicht seiner Entwickler

Tadao Kikumoto (Technischer Leiter der R&D-Abteilung zur Zeit des D-50)

„Der Roland D-50: Entstanden aus dem Idealzustand kreativer Instrumentenentwicklung“

Während der Entwicklung der TR-808 und TR-909 stellte ich fest, dass sich 90% der Klangeigenschaften in einem sehr kurzen Zeitfenster von nur 20 bis 30 Millisekunden bilden und auf die entstehenden Obertöne nach dem ersten Anschlag zurückzuführen sind. Die Klang-Bestandteile nach der Anschlagsphase sind vergleichbar unbedeutend für den Sound. Diese Erkenntnis führte schließlich zur Entwicklung des D-50.

Mit dem DX7 hatte Yamaha damals bereits einen bahnbrechenden digitalen Synthesizer auf den Markt gebracht, der auf komplexe, unharmonische (bei analogen Synthesizern nicht existente) Sounds in der Attackphase setzte. Unser erster, komplett digitaler Synthesizer verwendete für diesen Abschnitt eine granulare PCM-Synthese, woraufhin ich entschied eine intuitive und flexible digitale Signalverarbeitung auf Basis einer analogen subtraktiven Methode zu verwenden. Die entscheidende Frage lautete: Welches Phonem verwenden wir für den wichtigen Attackbereich? Ist der Sound bereits zu konkret, verliert er an Vielseitigkeit. Deshalb suchten wir nach einem realitätsnahen und trotzdem unklaren Sound. Ich wandte mich an Eric Persing, der seinerzeit bei Roland arbeitete und er sagte: „Überlass‘ das ruhig mir, ich habe da eine Idee.“ Das Ergebnis war der „ideale“ Sound.

Auch die integrierten digitalen Effekte, die es zuvor noch nie gegeben hatte, spielten eine große Rolle bei der LA-Klanggestaltung. Zwar gab es innerhalb des Unternehmens auch Bedenken diesen Schritt zu gehen, aber der Synergieeffekt, den wir durch das Hinzufügen von Chorus und Hall erzielen konnten, setzte sich durch.

Unser Ziel war ein realistischer Sound, aber hier bot sich die Möglichkeit den Idealsound zu schaffen.

Die TR-808 und TR-909, die lange vor dem D-50 entwickelt wurden, setzten auf die Reproduktion realer Sounds. Das Ergebnis war ein neuer Sound, der einfacher aufgebaut, aber wesentlich kräftiger als ein natürlicher Drum Sound war, ohne dabei das Original zu verraten oder trivial zu wirken. Das ist der beschriebene „Idealsound“. Dieser Begriff bezieht sich nicht nur auf die „Idee“, sondern ebenso auf die Ideenlehre von Plato, auf das Ideale, die Vorstellungskraft oder die Schöpfung. Vergleicht man die Realität mit einer Fotografie, ist der ideale Zustand ein Gemälde.

Greift man diesen Vergleich auf, erscheint der Sound des D-50 wie ein impressionistisches, abstraktes Gemälde.Der D-50 ist kein Sampler, sondern ein Synthesizer, ein kreatives Instrument.

Japanische Animes haben ihre eigenen ästhetischen Standards: große Augen in kleinen Gesichtern mit einem kleinen Mund und Kinn. Für westliche Betrachter wirkten diese Standards am Anfang merkwürdig, dennoch sind sie heute weitgehend akzeptiert. Ästhetik-Studien, die sich mit dem ästhetischen Wert auseinandersetzen, werden immer populärer.

Für mich ist der D-50 ein Vintage-Meilenstein im Übergang von der analogen in die digitale Welt. Es macht mich stolz, dass Roland bis heute in dieser Phase des Wandels nach dem „Idealzustand“ strebt und daran auch in Zukunft festhalten wird.

Zum Schluss möchte ich noch meine tiefe Bewunderung für Eric, Adrian Scott und die anderen Entwickler zum Ausdruck bringen, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben und zu kreativen Vorreitern wurden.

We Design The Future.

Toshio Yamabata (Leiter des D-50 Entwicklungsteams)

„Der Sound des D-50: weder digital noch analog“

Aufgrund ihrer speziellen Berechnungsmethode entstehen bei der Synthese des D-50 einzigartige Obertonelemente. Darum hat jeder Sound aus dieser Maschine seine eigene einzigartige Räumlichkeit und Wärme.

Da diese Obertonelemente dem Sound ein gewisses Rauschen hinzufügten, das wir nicht beeinflussen konnten, zweifelte ich daran, dass sich das Produkt im Markt würde durchsetzen können. Im Laufe des Entwicklungsprozesses zeigte sich dann, dass genau dieses Rauschen den Charakter des D-50 bildete. Es harmonierte so gut mit den digitalen Effekten und verschaffte dem Sound Luft und eine spezielle Räumlichkeit. So entstand ein besonders warmer Sound, der weder analog noch digital war.

Vor dem D-50 war es Standard, die Sounds nach der Hardware-Entwicklung zu erstellen. Beim D-50 beteiligten sich Eric Persing und Adrian Scott über den gesamten Entwicklungsprozess an der Klangerzeugung und -analyse. Sie durchdrangen die Charakteristika des D-50 und schufen unzählige neue Sounds, die ich so noch nie zuvor gehört hatte. Unsere Favoriten und die charakteristischsten Sounds legten wir als Presets in BANK 1 (11-18) ab. Einer der stärksten Sounds ist für mich „Digital Native Dance“, da er eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt. Es ist ein PCM-Loop, der durch Zufall entstanden ist. Einer der Entwickler wollte mehrere Phoneme als One-Shot verwenden und packte alle in einen Loop. Eric (Persing), der zufällig im Raum war, hörte es und sagte: „Das klingt großartig!“. Bis heute weiß niemand, ob dies der Plan des Entwicklers war oder nicht. Es wird ein Rätsel bleiben...

Kazz Takahashi (Entwickler des D-50)

„Fokus auf die visuelle Gestaltung der Bedienoberfläche“

Zur damaligen Zeit galt Yamaha als führender Hersteller digitaler Synthesizer, während Roland als „analoge Marke“ gesehen wurde. Dies übte einen enormen Druck auf uns alle aus, als wir das Projekt „D-50“ begannen, der bis in die Führungsetage zu spüren war. Die Entwicklung eines digitalen Synthesizers erforderte zahllose erste Versuche und bereitete uns jede Menge Kopfzerbrechen. Trotzdem waren wir uns alle einig, dass wir uns auf einen neuen Weg begaben, für den es sich lohnte durchzuhalten und hart zu arbeiten.

Damals besaßen die meisten digitalen Synthesizer keine Taster oder Regler, die sich intuitiv bedienen ließen und das „Info-Display“ war so etwas wie ein Industriestandard. Mit diesen kleinen Displays und den unüblichen Parametern, für die man tief in die Systemverzeichnisse abtauchen musste, war es alles andere als einfach, gute Sounds zu kreieren. Um dies zu ändern, haben wir beim D-50 mit unterschiedlichen visuellen und physischen Bedienoberflächen, wie dem Joystick und dem PG-1000 Programmer, experimentiert. Insbesondere der Joystick ermöglicht beim Spielen das parallele Handling von zwei Parametern, was zu völlig unerwarteten, neuen Soundkreationen führte und wirklich kreativ war.

Ich war extrem glücklich, Kommentare zu hören, wie „Oh, das ist ein absolut Roland-typischer Synthesizer“. Es macht mich stolz, ein Teil dieses Projekts zu sein und es war mir eine große Ehre, meinen Beitrag zum ersten komplett digitalen Roland-Synthesizer geleistet zu haben. Der D-50 ist ein großartiges Instrument mit einem außergewöhnlichen und warmen Sound. Probiert ihn aus, wann immer ihr die Gelegenheit dazu findet.

Eric Persing

(Sounddesigner des originalen D-50)

Eric Persings einzigartige Sounds und renommierte virtuelle Instrumente kommen noch immer bei den Top-Musikproduzenten auf der ganzen Welt zum Einsatz und sind auf tausenden Alben, in Oscar-prämierten Filmen, populären TV-Serien und auf Videogame-Soundtracks zu hören. Von „Hoover“ bis „Digital Native Dance“ – Eric hat einige der legendärsten Sounds der elektronischen Musik kreiert.

Von 1984 bis 2005 war Eric Persing als Chef-Sounddesigner bei Roland grundlegend in die Entwicklung der wichtigsten Sounds zahlreicher populärer Roland-Synthesizer, Sampler und Groovemaschinen involviert – von der Jupiter- und JX-Serie über die legendären D-50, D-70, JD-800/900 über die Sampler der S-Serie bis hin zur Fantom-Serie und dem V-Synth.

Heute kennt man Persing auch als Gründer und Creative Director von Spectrasonics, verantwortlich für die Entwicklung wegweisender Software-Instrumente, wie die preisgekrönten Keyscape®, Atmosphere®, Stylus RMX® und Trilian® sowie den Flaggschiff-Synthesizer Omnisphere®.

Erics lebenslange Liebe für kreative Prozesse ist die treibende Kraft hinter seinem Streben nach musikalischen Höchstleistungen.
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Adrian Scott

(Sounddesigner des originalen D-50 )

Adrian Scott gehört einer raren Spezies von Musikern an und kann auf diverse Karrieren als Performer, musikalischer Leiter, Komponist, Produzent, Präsentator und Sounddesigner zurückblicken.

Seine Credits lesen sich wie eine Zeitreise durch die Popmusik und beinhalten Tourneen mit legendären Bands, wie Air Supply und der Little River Band, sowie Aufträge als musikalischer Leiter für zahlreiche australische Künstler, darunter Kylie Minouge.

Darüber hinaus verbindet Adrian und Roland eine mehr als 30-jährige Zusammenarbeit. Angefangen als Präsentator für Roland-Instrumente, wechselte Adrian später in die Entwicklungs- und Sounddesign-Abteilung von Roland. In dieser Funktion war Adrian maßgeblich in die Synthesizer-Entwicklung bei Roland eingebunden und zeichnete für das Sounddesign einiger der renommiertesten Roland-Synthesizer und -Sequenzer, darunter auch der legendäre D-50, verantwortlich.

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Die D-50-Legende aus Sicht der Künstler

Der legendäre „D-50“ heute

30 Jahre nach seiner Veröffentlichung kehrt der legendäre D-50 dank der neuen, leistungsstarken Digital Circuit Behavior (DCB) Modellingtechnologie als Software-Synthesizer in der Roland Cloud zurück. Nur Roland ist in der Lage, jede einzelne Nuance des originalen D-50 einzufangen, bis hinab zum speziellen Obertonrauschen, das den einzigartigen, warmen und komplexen Charakter erzeugt. Lies weiter und erfahre, wie du den D-50 noch heute ausprobieren kannst.


Die Wiedergeburt des D-50 mit der DCB-Technologie

Kenji Sato (DCB-Entwickler)

Ich nahm die Herausforderung an, den Sound des D-50 in der Software-Reproduktion so nah wie möglich am Original zu halten. Bei der Programmierung standen mir die Datenblätter der Schaltkreise der IC-Chips des originalen D-50 zur Verfügung. Gleichzeitig befasste ich mich intensiv mit dem Quellcode der CPU und überprüfte kontinuierlich die Wellenformen am Ausgang. Auf diese Weise habe ich die Klangerzeugung des Originals reproduziert. Die Nachbildung der Präzision der internen Berechnungen des D-50 gestaltete sich extrem schwierig. Trotz der enormen Herausforderung bin ich mehr als zufrieden mit der finalen Qualität.
Nach der LA-Synthese freue ich mich bereits, mit der DCB-Technologie zahlreiche weitere legendäre Roland Synthesetechnologien zu reproduzieren.

Entdecke den neuen D-50 in der Roland Cloud

Besuche www.rolandcloud.com und starte deine kostenlose 30-Tage-Testversion, um noch heute den neuen DCB-powered D-50 software synthesizer mit DCB-Power zu spielen. Die Registrierung für die Roland Cloud ist ganz einfach. Nach der Registrierung kannst du den legendären D-50 auf deinem Computer verwenden und hast über das preiswerte monatliche Abonnement Zugriff auf zahlreiche weitere legendäre und komplett neue Roland-Synthesizer. *Click here to see instruction guide.

Wir präsentieren den D-05, das neueste Mitglied der Roland Boutique-Serie.

Die Instrumente der Roland Boutique-Serie inspirieren die Kreativität elektronischer Musiker, indem sie die legendären Sounds der Vergangenheit mit einem angepassten Workflow für moderne Musiker und Produzenten kombinieren.

Der Sound jedes Instruments ist gewaltig und legendär und vermittelt die ursprüngliche Faszination der Originale, auf deren Basis sich neue Möglichkeiten ergeben. Mit ihrem kompakten und mobilen Formfaktor stehen die Roland Boutique-Instrumente für unmittelbare Kreativität. Ob beim Performen auf Live-Bühnen, beim Produzieren im Studio oder beim spontanen Kreieren neuer Sounds und Tracks – die Roland Boutique-Serie bietet in allen Situationen einen kraftvollen Sound.

Der D-05 Linear Synthesizer ist das neueste Roland Boutique-Instrument. Durch die Kombination aus originalen PCM-Samples und der DCB-Technologie – ein Novum innerhalb der Roland Boutique-Serie – fängt der D-05 den ikonischen Sound des D-50 perfekt ein. Der D-05 bietet linear-arithmetische Synthese für eine neue Generation.